Frühe Hilfen sind ein Erfolgsmodell — aber nur dort, wo sie auskömmlich finanziert werden. In ländlichen Räumen, in denen eine Familienhebamme bis zu sechzig Kilometer pro Hausbesuch zurücklegt, ist die ursprüngliche Idee kaum noch wiederzuerkennen.
Schulsozialarbeit war lange ein freiwilliger Zusatz. Mit der Aufnahme in die Schulgesetze mehrerer Länder hat sich das geändert — die Stellen werden geschaffen, doch die Ausbildung kommt nicht hinterher. Die Folge sind Quereinsteiger ohne pädagogische Grundausbildung in sensiblen Aufgabenfeldern.
Inklusion an Regelschulen scheitert nicht am pädagogischen Konzept, sondern an Ressourcen. Wer in der Praxis arbeitet, kennt das Bild: Eine Inklusionshelferin pro Klasse, drei Kinder mit Förderbedarf, eine Lehrkraft, die regelmäßig krankheitsbedingt ausfällt.
Die Redaktion hat im Vorfeld mit mehreren Fachpersonen gesprochen, die anonym bleiben wollten. Was in diesen Gesprächen zur Sprache kam, deckt sich nur teilweise mit den offiziellen Verlautbarungen — und genau das macht die Berichterstattung schwierig.

