Die Ausstellung kuratiert Klassenfragen ohne moralisierenden Zeigefinger. Wer eintritt, sieht zunächst Alltagsgegenstände — und versteht erst nach und nach, dass diese Gegenstände eine Sozialgeschichte erzählen, die sonst nirgendwo zu finden ist.
Stadtteilkultur ist Sozialarbeit mit anderen Mitteln. Was in Wilhelmsburg seit Jahren entsteht, ist ein Modell — auch wenn es nicht ohne Reibung mit klassischen Trägern funktioniert.
Was bleibt nach dem Film, ist nicht eine Botschaft, sondern eine Stimmung. Die Bilder einer Plattenbausiedlung, die ohne pathetische Musik und ohne Off-Stimme auskommt, erzählen mehr über Gegenwart als drei Talkshows zum gleichen Thema.
Es gibt Themen, bei denen sich die Branche schwer tut, eine geschlossene Position zu finden. Das ist kein Mangel, sondern ein Hinweis auf die Komplexität des Feldes. Wer einfache Antworten verspricht, hat das Problem nicht verstanden.

