Wer in Boulevardmedien über Sozialleistungsempfänger schreibt, bedient ein Publikum, das nicht überzeugt werden will, sondern bestätigt. Diese Form der Berichterstattung lässt sich nicht durch Faktenchecks korrigieren — sie braucht eine andere mediale Öffentlichkeit.

Konstruktiver Journalismus hat im Sozialressort einen schweren Stand. Wer Lösungen sucht, gerät schnell in den Verdacht der Beschönigung. Dabei ist der Verzicht auf eine konstruktive Erzählebene ein Verzicht auf Wirkung.

Die Redaktion hat im Vorfeld mit mehreren Fachpersonen gesprochen, die anonym bleiben wollten. Was in diesen Gesprächen zur Sprache kam, deckt sich nur teilweise mit den offiziellen Verlautbarungen — und genau das macht die Berichterstattung schwierig.